Entstehung

Im Jahr 2002 verlor Jan Meyer-Krügel im Alter von 20 Jahren durch einen schweren Unfall sein Augenlicht und seine rechte Hand. Er stand nun vor einer großen Herausforderung: von vorne anzufangen, umzulernen und umzudenken! Er besuchte eine Einrichtung für Behinderte, um sich mit der Blindenschrift und weiteren blindentechnischen Grundfertigkeiten vertraut zu machen. Außerordentliche Leistungen von ihm fanden hier keine Anerkennung, deshalb wuchs in ihm der Wunsch, etwas für andere Blinde in der Gesellschaft zu tun, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, für Chancengleichheit zu kämpfen und einen Neuanfang für sich selbst zu suchen. Sein Ziel: eine Arbeit und positive Zukunftsaussichten.

In ihm festigte sich immer mehr die Idee, ein Dunkelcafé zu eröffnen und so fand er Ende März 2005 im Zentrum für Friedenskultur die passenden Räumlichkeiten. Aber nun musste er an Geld kommen, um dieses Projekt zu realisieren. Er schrieb sehr viele Spendenanträge. Einige führten zum Erfolg. Hinzu kamen viele Menschen, die von seinem Vorhaben hörten und ihn unterstützten. Jan dankt allen Helfern und Sponsoren und hofft, dass noch viele hinzukommen.

Jan Meyer-Krügel:
“Eine Weile nichts zu sehen ist eine Erfahrung, die Augen öffnen kann. Die meisten denken, Blinde seien hilflos, aber man ist im Dunkeln nicht so hilflos wie man glaubt.” Im Jahr machen viele Menschen diese besondere Erfahrung. Sie kommen nicht nur aus Siegen und Umgebung, sondern manchmal auch aus Städten wie Köln, Hamburg, Gummersbach und Wiesbaden. Meist besuchen größere Gruppen das Dunkelcafé, Schulklassen, Stammtische und Vereine, aber auch viele Paare und Familien. „Die Besucher_inen durch die Welt der Blinden zu begleiten, ist meine schönste Aufgabe.”